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Danke, Dresden…

Wir haben eine wirklich schöne Rezension zu unserem Gig im Blue Note in den Dresdner Neuesten Nachrichten bekommen:

Wie ein Streifzug durch einen Vergnügungspark
Nachtlüx spielten im Blue Note

„Wohin zieht es uns?“, fragt die Berliner Band Nachtlüx in einem ihrer Lieder und benennt damit das inhaltliche Leitmotiv ihrer schwermütig schwelgenden Musik mit deutschen Texten. Dass es am vergangenen Wochenende leider eher überschaubare Zuhörerzahlen zum Konzert der fünfköpfigen Formation ins Blue Note zog, mag am Wetter oder anderweitigen Ablenkungen gelegen haben – die Musik kann zumindest nicht der Grund gewesen sein, zumal Nachtlüx vor einem Jahr bereits einen ersten, gefeierten Auftritt in Dresden erlebt hatten. Nun waren sie also zurück und hatten ihr Debütalbum „Nach Norden“ im Gepäck, dessen Titel eine der vielen möglichen Antworten auf die eingangs gestellte Frage sein kann und sehr viel mehr meint als karge Küstenlandschaften, Salzwasser und eine dünne Linie zwischen Meer und Himmel. Dennoch hatten die Kompositionen der jungen Musiker durchaus etwas „Nördliches“: Bilder von verlassenen Stränden im Winter, menschenleeren Dünen und wandernden Wolken flackerten während des Konzertes vor dem inneren Auge des Zuhörers vorbei. Klangkünstler Venezian an Keyboard und Computer ließ einen Soundteppich entstehen, in den sich Gitarrist Peter Meyer, Bernhard Meyer am Bass und der Schlagzeuger Raphael Becker-Foss harmonisch hineinfanden. Gemeinsam erzeugten sie eine melancholisch-aufgewühlte Grundstimmung, über der die warme, helle Stimme der Sängerin Lea W. Frey wie eine Möwe über dem Wasser segelte.
Dieser interessante Kontrast zwischen Hell und Dunkel, der bereits im Namen Nachtlüx präsent ist, prägte den gesamten Abend. Zwar fielen einige dynamischere Stücke aus dem Programm heraus, verströmten kraftvolle
Energie und waren von treibenden Beats beherrscht, der größere Teil der Kompositionen schwelgte jedoch mit
getragenem Tempo in morbiden Sehnsuchtsszenarien. Nachtlüx boten ein sehr schönes, kleines Konzert, das wie
ein Streifzug durch einen verlassenen, windigen Vergnügungspark anmutete, in dem sich ein kaputtes Karussell von
Geisterhand dreht, verblichene Schriftzüge zu einstigen Attraktionen laden und gespenstische Puppen aus toten
Augen starren: In den Kompositionen tat sich eine unbestimmte, phantastische Traumwelt auf, an deren Eingang
die Stimme von Lea W. Frey einladend und verlockend winkte. Hoffentlich lassen sich in Zukunft noch so manche Zuhörer hineinziehen.

- Juliane Schiemenz

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